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Trauern

speziell zum Thema "Trauern" gibt es zwei Bücher. Zum Einen das Standardwerk:

Trauern - Phasen und Chancen des psychischen Prozesses

Zum Anderen eine Kurzfassung dieses Buches mit den wichtigsten Texten auf 96 Seiten im Kleinformat

a) Trauern:

Klappentext

Das bahnbrechende Werk von Verena Kast über die psychischen Phasen der Trauer macht deutlich: Die Trauer ist ein natürlicher Weg der Psyche, den tödlichen Verlust einer Beziehung zu verar­beiten und zu überwinden. Trauernde bezeugen immer wieder, dass gerade dieses Buch wesentlich dazu beigetragen hat, sich im Chaos ihrer Gefühle zurechtzufinden, und ihnen eine Perspektive gezeigt hat, wie sie den Verlust des geliebten Menschen schließlich überwinden können - so, dass sie sich wieder als ein ganzer Mensch fühlen. Insbesondere an eindrucksvollen Träumen zeigt Verena Käst, mit welcher Weisheit die Psyche selbst ausgestattet ist, um eine unerträgliche Wunde zu schließen.

Seit Jahren bewährt sich dieses Buch in vielen Auflagen. Das Standardwerk zum Thema.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung zur Neuausgabe

7

Vorwort

11

Todeserfahrung beim Tod eines geliebten Menschen

15

Todeserfahrung und Trauer im Spiegel einer Traumserie

29

Träume als Wegweiser bei der Trauerarbeit

67

Die Phase des Nicht-wahrhaben-Wollens

71

Die Phase der aufbrechenden Emotionen

73

Die Phase des Suchens und Sich-Trennens

78

Die Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs

83

Probleme unterdrückter und verschleppterTrauerprozesse

91

Probleme in der Phase des Nicht-wahrhaben-Wollens

95

Probleme in der Phase der aufbrechenden Emotionen

104

Der unausgedrückte Zorn

104

Die »ewigen« Schuldgefühle

108

Probleme in der Phase des Suchens und Sich-Trennens

116

Symbiose und Individuation

137

Sterben ins Leben hinein – Die „abschiedliche“ Existenz

157

Anmerkungen

187

Literatur

194


Einleitung zur Neuausgabe

Ich freue mich darüber, dass der Kreuz Verlag sich entschlossen hat, dieses Buch in einer Neuausgabe herauszubringen.
Ich habe keine Veränderungen am Text vorgenommen. Dieses Buch, vor achtzehn Jahren geschrieben, ist für mich ein in sich geschlossenes Dokument, das für eine bestimmte Periode meines Arbeitens und Schreibens steht. Da nachbessernd einzugreifen, hieße für mich, etwas in sich Geschlossenes aufzubrechen. Natürlich habe ich in dieser langen Zeit, seit das Buch auf dem Markt ist, noch viele Erfahrungen zu Trauerprozessen und ihrer Verarbeitung gemacht. Viele Menschen haben mir geschrieben und von ihren Trauerprozessen erzählt, von Träumen, die diese Trauerprozesse begleitet haben, oder sie haben geklagt darüber, dass sie eben gerade keine so hilfreichen Träume hatten. Gerade die große Anzahl von Träumen, die ich bekommen habe, vor allem von Menschen, die nicht in einem therapeutischen Prozess standen, zeigen mir, wie typisch die im Buch angeführten Träume für den Trauerprozess sind. Die größere Erfahrung mit Trauerprozessen, mit solchen, die ich begleitet habe, und mit solchen, von denen mir berichtet wurde, hat mir gezeigt, dass die Aussagen, die ich in diesem Buch gemacht habe, noch immer gültig sind, ich kann immer noch voll dahinter stehen. Es bleibt ein Buch, das die Grundlagen des Trauerprozesses beschreibt. Dieser Trauerprozess drückt aus, dass wir etwas verloren haben, was für uns einen hohen Wert darstellt. Indem wir uns der
Trauer überlassen, in einen Trauerprozess eintreten, verarbeiten wir den Verlust, lösen uns ab von dem, was wir verloren haben, besinnen uns neu wieder auf uns selbst und behalten so viel als möglich in der Erinnerung von dem, was vorbei ist.
Ich habe in den Jahren, seit das Buch herausgekommen ist, auch viel Erfahrung im Bereich der so genannten pathologischen Trauer gesammelt. Mir scheint es aber gerade sehr wichtig zu sein, dass bei einem Buch nicht die pathologische Trauer im Vordergrund steht, also die Situationen, in denen es nicht gelingt zu trauern, sondern die, in denen es gelingt. Denn der Verlust und die damit notwendige Verarbeitung der Trauer sind zwar Grenzerfahrungen des Menschen, aber dennoch normale Ereignisse, die wir in der Regel auch verarbeiten können. Wenn Menschen in der Trauer stecken bleiben, nicht aus der Trauer herausfinden oder nicht in sie hineinfinden, dann ist eine therapeutische Begleitung angesagt, dann ist ein Buch, das den Trauerprozess beschreibt und ja durchaus auch Anregung gibt, wie mit der Trauer umgegangen werden kann, nicht genug.
Eine kleine Ergänzung möchte ich hier aber anfügen: Ich habe im Verlauf von Trauerprozessen festgestellt, dass Menschen, die wissen, was ein geliebter Mensch in ihnen belebt hat, aus ihnen herausgeliebt hat, etwas leichter loslassen können. Jeder Mensch, mit dem wir uns in eine nähere Beziehung einlassen, weckt etwas Besonderes in uns. Das muss nichts Großartiges sein, aber es ist oft etwas, das zum Leben hilft. Es gibt Menschen, die einen mutiger machen, andere wecken verborgene Talente in einem, wieder andere holen die Zärtlichkeit aus uns heraus. Was nun in einem belebt worden ist durch einen Menschen, das muss man nicht verloren geben, auch wenn man den Menschen selber verliert. Das ist wohl die Möglichkeit, wie die Toten mit uns und in uns weiterleben. Ich habe dieses Thema in
meinem Buch »Paare« eingehend beschrieben. Es ist von großer Wichtigkeit für den Trauerprozess und in dem vorliegenden Buch mehr angedeutet als beschrieben.
Ich bin immer wieder berührt davon, dass Menschen dieses Buch als hilfreich in einer schwierigen Situation empfinden und mir dies auch sagen. Möge das weiter so sein.

St. Gallen, November 1999 Verena Kast

Vorwort

Diese Untersuchung über die Bedeutung der Trauer im therapeutischen Prozess hat sich mir aus meiner praktischen Arbeit als Psychotherapeutin aufgedrängt. Mir ist im Zusammenhang mit der Behandlung vieler depressiver Erkrankungen im Verlauf der letzten zehn Jahre immer wieder aufgefallen, dass Verlusterlebnisse zu wenig betrauert wurden und dass sie dadurch zu Mitauslösern von depressiven Erkrankungen werden konnten.
Das Tabu um das Sterben ist in den letzten Jahren aufgehoben worden, man darf vom Sterben sprechen. Es scheint mir an der Zeit, dass man jetzt auch das Tabu um das Trauern aufhebt, dass man trauern darf und soll. Zwar hat schon Freud (1915) über den großen Nutzen der »Trauerarbeit« - der Terminus stammt von ihm - geschrieben. Dennoch ist die Trauer ein Thema, das in der psychologischen Literatur bisher eher wenig beachtet wird, gemessen an der großen Bedeutung, die sie für unsere psychische Gesundheit hat.
Ich habe zu diesem Thema zehn Jahre lang Material, insbesondere Traummaterial, gesammelt und versuche jetzt anhand dieses Materials, systematisch herauszustellen, wie das Unbewusste uns anregt, mit dem Trauern umzugehen. Meine Ergebnisse habe ich mit den Ergebnissen der neueren Literatur in Beziehung gesetzt.
Bei meinen Untersuchungen wurden mir vor allem die folgenden Gesichtspunkte wichtig:

- Da wir uns wesentlich aus den Beziehungen zu Mitmenschen verstehen, Bindungen ein wesentlicher Aspekt unseres Selbst- und Welterlebens sind, werden wir durch den Tod eines geliebten Menschen in unserem bisherigen Selbst- und Weltverständnis erschüttert. Die Trauer ist die Emotion, durch die wir Abschied nehmen, Probleme der zerbrochenen Beziehung aufarbeiten und so viel als möglich von der Beziehung und von den Eigenheiten des Partners integrieren können, sodass wir mit neuem Selbst- und Weltverständnis weiter zu leben vermögen.
- Unseren Träumen können wir wertvolle Hinweise für die Trauerarbeit entnehmen. An einer Traumserie versuche ich dies aufzuzeigen. Bei einem Vergleich mit den in der Literatur üblichen Trauerphasen modifiziere ich diese an einigen Stellen gemäß meinem Ansatz.
- Jede der Trauerphasen bietet spezielle Schwierigkeiten der Bewältigung. Aufgrund praktischer Beispiele aus meiner therapeutischen Arbeit beleuchte ich diese Schwierigkeiten.
- Es fällt immer wieder auf, dass das Bedürfnis nach sym-biotischem Verweilen der Forderung nach Trennung entgegensteht. In extremen Fällen bewirkt diese Sehnsucht ein länger andauerndes Verschmelzen mit dem Verstorbenen. Ich stelle die These auf, dass der Rhythmus von Symbiose und Individuation nicht nur für das Kleinkind, sondern auch für den erwachsenen Menschen wesentlich ist. Wichtig scheint mir dabei zu sein, dass es gelingt, die Symbiose über das Zwischenmenschliche hinaus auf etwas Transzendentes zu beziehen.
- Der Tod eines geliebten Menschen ist ein Extremerlebnis von Tod und fordert die Trauer radikal. Zugleich ist dieses Erlebnis aber auch eine große Herausforderung zur Selbstverwirklichung angesichts der Veränderung. Gerade die Trauer kann ein Stück Selbstverwirklichung auslösen.

Was für diese Grenzsituation gilt, mag auch für viele andere Situationen des Menschseins, wenn auch in abgeschwächter Form, gelten, in denen sichtbar wird, dass der Tod immer in unser Leben hereinragt, immer wieder größere oder kleinere Veränderungen erzwingt, die mit dem Gefühl von Verlust gekoppelt sind und die daher auch betrauert werden müssen. Weil wir sterblich sind, müssen wir »abschiedlich« existieren, verbunden mit der Trauer, mit dem Schmerz und der Möglichkeit, unsere Situation immer wieder neu zu gestalten, auch angesichts unserer Abschiede immer neu uns aufzufalten. Dazu ist aber die Trauer unabdingbar.
Das vorliegende Buch wurde als Habilitationsschrift unter dem Titel »Die Bedeutung der Trauer im therapeutischen Prozess« an der Universität Zürich eingereicht. In diesem Zusammenhang möchte ich Herrn Professor Dr. Detlev von Uslar sehr herzlich danken für seine Anregungen und Ermutigungen.
Auch möchte ich an dieser Stelle all meinen Analysanden danken, die mir erlaubt haben, ihr Material zu benützen und zu publizieren.

St. Gallen, 1982 Verena Kast

b) Zeit der Trauer:

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Todeserfahrung beim Tod eines geliebten Menschen

7

Träume als Wegweiser bei der Trauerarbeit

12

Die Phase des Nicht-wahrhaben-Wollens

14

Die Phase der aufbrechenden Emotionen

16

Die Phase des Suchens und Sich-Trennens

23

Die Phase des neuen Weltbezugs

29

Unterdrückte und verschleppte Trauerprozesse

37

Probleme in der Phase des Nicht-wahrhaben-Wollens

39

Probleme in der Phase der aufbrechenden Emotionen

46

Der unausgedrückte Zorn

46

Die »ewigen« Schuldgefühle

50

Probleme in der Phase des Suchensund Sich-Trennens

57

Symbiose und Individuation

68

Sterben ins Leben hinein – Die „abschiedliche“ Existenz

83

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siehe auch: Trennung

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