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"Ursachen für Krisen sind in meiner Sicht Entwicklungsthemen des Individuums, also Lebensnotwendigkeiten, die whrgenommen und ins Leben integriert werden müssen und die der Kriselnde zunächst nicht aufnehmen kann oder will. Deshalb wird er auch in seiner Identität verunsichert. Identitätsunsicherheit bedeutet aber immer auch, daß wir uns wandeln können, daß wir auch anders sein können, daß wir etwas wagen können, daß wir auf etwas verzichten können. Kirsenzeiten sind Wandlungszeiten zum Besseren oder zum Schlechteren hin. Das Bewältigen von Kirsen hat in der psychischen Dynamik eine große Nähe zum schöpferischen Prozeß." |
Klappentext
Das Buch
Krisen gehören zum Leben: Situationen, in denen sich das Leben feindlich, dunkel, unübersichtlich zeigt. In denen es schwer ist, eine gute Wendung in den Blick zu fassen, an Erfolg oder neue Lebensfreude zu glauben. Es sind Übergänge von einer Lebensphase in die nächste oder schicksalhafte Einbrüche wie Trennungen von Menschen oder gewohnten Möglichkeiten. Das Vertraute gilt nicht mehr, das Neue ist noch nicht klar. Solche Krisen sind schmerzhaft. Aber sie bieten die Chance, dem Leben eine genauere Richtung zu geben und neuen Zugang zu den eigenen Ressourcen zu finden. Verena Kast erhellt, wo tatsächlich Reifungsschritte anstehen, wo die Krise auf positive Veränderung weist, die zutage treten will. Sie zeigt: Krisen können aktiv bewältigt werden. Positive Energien werden in solchen Übergängen freigesetzt. Der Weg wird klarer, das Leben freundlicher, das Neue spannend.
Wir Menschen sind übergangsgewohnt: Viele Lebensübergänge vollziehen sich fast unbemerkt und sind erst im Rückblick als solche wahrzunehmen. So werden wir Schulkinder, werden berufstätig, werden erwachsen, älter, werden Eltern, Großeltern, wir ziehen um, wechseln den Arbeitsplatz, die Freunde, wir feiern aber auch den jeweiligen Jahreswechsel. Dieselben Lebensübergänge können uns aber auch innerlich zu schaffen machen, können als Zäsuren im Lebenslauf erlebt werden, verbunden mit Schmerz und Unsicherheit. Andere Lebensübergänge, wie etwa der Tod eines uns nahen Menschen, verlaufen nie ohne eine deutliche Zäsur, und wir sind dann nicht mehr dieselben, die wir zuvor waren, wir mußten uns wandeln, ob wir das wollten oder nicht.
Auch wenn es zum Menschen gehört, daß er immer wieder Übergänge zu bewältigen hat, diese sind bedeutsame Schlüsselstellen des Lebens, da kann Leben gelingen oder auch mißlingen. Aber in einem neuen Lebensübergang kann auch korrigiert werden, was bei einem früheren Übergang nicht möglich war, ein Lebensthema, das damals nicht aufgenommen werden konnte, jetzt ins Leben integriert werden. Und so werden Lebensübergänge, die oft auch mit Krisen verbunden sind, werden sie bearbeitet, zu bedeutsamen Lebensereignissen, zu wichtigen Meilensteinen in der eigenen Entwicklung.
Wir sind diesen Lebensübergängen nicht einfach ausgeliefert: Wir wissen viel über den Ablauf von Lebensübergängen, über die Schwierigkeiten und die Chancen, die in ihnen liegen. Einiges von diesem Wissen habe ich in diesem Buch zusammengetragen. Dabei geht es mir immer auch darum, daß nicht nur die Übergangsphasen und Krisen in ihrer Dynamik beschrieben werden, sondern daß diesen existentiellen menschlichen Themen auch in symbolischen Geschichten nachgespürt wird. Die symbolischen Geschichten eröffnen nicht nur eine weitere Perspektive auf diese Übergangssituationen, sondern sie wecken auch Bilder des Übergangs in der eigenen Psyche. Ob man Lebensübergänge und Krisen theoretisch zu erfassen und zu beschreiben versucht oder ob man sie in symbolischen Texten aufspürt: zentral ist dabei immer der Umgang mit der Angst. Ein wesentlicher, gelegentlich vernachlässigter Aspekt des Umgangs mit Lebensübergängen ist die Thematik des Loslassens dessen, was vorbei ist. Ein gutes Loslassen, das auch bewirkt, daß man sich wieder neu einlassen kann auf das Leben, ist exemplarisch in den Trauerprozessen dargestellt.
Im zweiten Teil dieses Buches habe ich mich mit Lebensübergängen im Alltag beschäftigt. Diese sollen die mehr theoretischen Überlegungen des ersten Teils des Buches illustrieren. Als Lebensübergänge im Alltag habe ich das Klimakterium gewählt, die Trennung von einem Partner durch Entschluß und die Krisen, die durch eine lebensbedrohliche Krankheit ausgelöst werden. Auch hier geht es um den Umgang mit der Angst, aber auch darum, daß in schwierigsten Krisensituationen immer auch wieder Ressourcen gefunden werden können, daß durch das bewußte Gestalten von Umbruchssituationen auch neue Perspektiven auf das eigene Leben gefunden werden können, vor allem aber auch, daß Aspekte der Persönlichkeit, die im Laufe des Lebens verloren gegangen sind, durch die Herausforderungen eines Lebensübergangs wieder ins Leben hereingeholt werden können.
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Einleitung |
9 |
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Die zivilisatorische Schlüsselqualifikation: |
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Mit Angst und Krisen umgehen |
13 |
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Einschnitte und Krisen im Lebenslauf |
19 |
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Zum theoretischen Verständnis |
21 |
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Der schöpferische Prozeß |
22 |
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Das zukunftsweisende Element in der Krise |
25 |
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Charakteristika von Übergangsphasen |
29 |
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Symbole des Übergangs |
35 |
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Das Erdkühlein |
35 |
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Der Eisenhans |
40 |
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Vergleich der Übergangssituationen |
43 |
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Die labile Phase auf der Höhe der Krise |
49 |
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Vom Umgang mit der Angst |
53 |
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Angst teilen und Kompetenzen sammeln |
62 |
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Der Trauerprozeß als Lebensübergang |
65 |
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Die Notwendigkeit zu trauern |
66 |
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Trennung und Trauer |
68 |
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Trauern als Prozeß |
69 |
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Lebensübergänge und Zäsuren im Alltag |
83 |
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Das Klimakterium der Frau |
85 |
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Ein Lebensübergang im mittleren Erwachsenenalter |
86 |
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Die ganz besondere Dringlichkeit |
88 |
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Das Klimakterium |
91 |
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Wandlungen im Körper |
92 |
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Wandlungen in der Psyche |
94 |
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„Ich kenne mich nicht mehr“ |
94 |
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Das Klimakterium: auch ein psycho-sozialer |
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Lebensübergang |
98 |
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Die sogenannte „empty-nest" Depression als ein |
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Phänomen des Übergangs |
99 |
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Das eigene Selbst: der Blick zurück in die |
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Adoleszenz des Mädchens |
105 |
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Individuation: Das eigene Selbst |
108 |
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Trennungsprozeß und Abschiedsrituale |
115 |
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Der Trauerprozeß bei Trennungen durch Entschluß |
115 |
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Die Schuldgefühle |
116 |
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Ein erstes schwieriges Abschiedsritual: |
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Die Wirkungsgeschichte erzählen - |
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statt Schuldgefühle herumzuschieben |
117 |
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Die Suche nach der Substanz der Beziehung |
123 |
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Abschiedsrituale |
126 |
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Rituale des Verzeihens und Versöhnens |
126 |
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Entgrollungsrituale |
127 |
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Versöhnung und Dankbarkeit |
128 |
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Symbolische Rituale 130 |
130 |
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Vom Umgang mit der Krise und vom Finden der |
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Ressourcen |
133 |
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Die Angst hat viele Gesichter |
135 |
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Das Umgehen mit der Angst |
136 |
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Das Sprechen über die Angst |
139 |
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Vom Sprechen über die Angst in Beziehungen |
145 |
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Krisenkompetenz |
147 |
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Ressourcen finden |
150 |
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Imagination als Ressource |
153 |
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Vorstellungsräume |
154 |
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Was ist auszuhalten? |
166 |
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Die soziale Unterstützung als Ressource |
160 |
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Krisenbewältigung im Umgang mit Sterbenden |
163 |
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Mögliche Reaktionen |
163 |
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Die extreme Lebenssituation |
165 |
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Was könnten die Chancen sein? |
170 |
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Schlußbemerkungen |
173 |
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Danksagung |
179 |
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Anmerkungen |
181 |
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Literatur |
187 |